Gidday aus Sydney!
Hi Leute!
Dies ist der Auslands-Blog von Marius Bauer. Ich befinde mich seit dem 23. November 2005 in Sydney, um mein ingenieurstechnisches Praktikum zu absolvieren.
Die Internetsituation hier unten ist katastrophal. Erst jetzt habe ich die Zeit (und die Ausrüstung), um diese Seite regelmäßig zu updaten.
Nach Ankunft hier unten habe ich in den ersten 2 Wochen einen Sprachkurs absolviert, der allerdings weniger ergiebig war und so manche Parallele mit der Grundschule aufwies. Ca. 80 Prozent der Sprachschüler fort waren Koreaner, Japaner, Thailänder, Chinesen oder Taiwanesen.
Kurz vor Weihnachten habe ich noch eine Einführungswoche in meiner Firma absolviert. Die heißt „Damien Gerard Sound Studios“ und ist, wie auch zu vermuten ist, ein Tonstudio.
Sie sind zwar nicht das größte Tonstudio, aber alte Hasen. Nach eigener Aussage haben sie schon mit James Brown, Kylie Minogue und anderen zusammengearbeitet. In den „good old days“ versteht sich.
Glücklicherweise hat sich das Studio 4 Wochen Urlaub genommen, so dass ich jede Menge Reisen konnte. Begleitet hat mich dabei mein Bruder, der für 3 Wochen hier runter geflogen ist. Zusammen haben wir einen Mietwagen geliehen und sind die Ostküste bis Townsville hochgefahren, haben unter anderem eine Surflesson in Byron Bay genommen, Brisbane erkundet, die Sandinsel Fraser Island mit dem 4x4 durchquert und am Great Barrier Reef geschnorchelt und dabei ca. 2800 km zurückgelegt.
An Sylvester waren wir wieder zurück in Sydney, um uns das legendäre Feuerwerk anzugucken, das jedes Jahr mehrere Millionen Aussiedollar kostet. War schon eindrucksvoll, wobei das eigentliche Feuerwerk nicht den Ausschlag gab. Die Sensation war die Kulisse. Die Skyline von Sydney zur Linken, das Opera House und die Harbour Bridge in der Mitte und zur Rechten, flankiert von hunderten von Booten im Hafenbecken und tausenden von Menschen um einen rum. Wie ein großes Festival! Insgesamt kommen wohl jedes Jahr ca. 1,5 Millionen Menschen in die Hafenregion, um dem Spektakel beizuwohnen.
Im neuen Jahr haben Reinhard (so heißt mein Bruder) und ich uns nochmals einen Mietwagen geholt und sind Richtung Melbourne aufgebrochen. Auf dem Weg haben wir Canberra, die am Reisbrett entworfene Aussie-Hauptstadt gesehen, welche nicht so langweilig erschien, wie uns vorher prophezeit worden war. Auf dem Weg dahin (es war schon dunkel auf dem Freeway) plötzlich Blaulicht hinter uns. Wir links ran (in Australien herrscht Linksverkehr) und der Officer leuchtet uns mit Maglite ins Fenster. Wir befürchten das schlimmste, weil Reinhard fährt und keinen internationalen Führerschein hat. Wir werden erstmal darüber aufgeklärt, dass wir wegen Zu-schnell-Fahrens geschnappt worden sind und unsere „Kamikaze-Fahrt“ auf Video aufgezeichnet worden ist, um als Beweismittel vor Gericht verwendet werden zu können. Wir tun auf dumme Touries, grinsen dem Officer ins Gesicht und kommen noch mal mit einer Verwarnung davon, nachdem Reinhard ihm die wichtigen Informationen seines Führerscheins auf Englisch übersetzt hat.
Wer hätte es gedacht, im Endeffekt sind wir statt erlaubten 110 km/h immerhin 127 km/h gefahren. Wenn der Officer von hinten mit der großen Taschenlampe kommt (ganz in der amerikanischen Manier), muss man aber zwangsläufig an Handschellen und Knast denken.
Auf unserem Weg waren wir noch in den Snowy Mountains, Australiens höchste Berge, die sich in Sommer allerdings überhaupt nicht lohnen und dann weiter durch eine Toskana-Landschaft nach Melbourne, wo wir 2 Tage verbracht haben und uns eine Stanley Kubrick Ausstellung angeschaut haben. Auch die Grand Ocean Road mit den 12 Aposteln (riesige Felsen an der Küste, die der Erosion durch das Meer bis jetzt getrotzt haben) haben wir noch untergebracht.
Back in Sydney habe ich jetzt noch eine Woche, bis das Praktikum wieder losgeht. Wie es aussieht, werde ich wohl zunächst eine von 3 Firmenwebseiten aufpeppen. Da ich ja bis jetzt noch nicht der Webdesignkönig bin, wird das wohl eine kleine Herausforderung.
Genau wie beim Flo siehts auch bei mir nicht aus wie ein Ingenieurspraktikum in dem Stil wie vom Nitzsche gefordert. Aber der Kontakt zur Musikindustrie ist eine Sache, die mich sehr interessiert und ein Job mit Musik und Technik ist für mich die perfekte Kombination.
So, nach diesen paar Textzeilen solls das erstmal gewesen sein.
In den nächsten Tagen gibt’s das nächste Update.

